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Verantwortungsvolles Spielen

An wen sich diese Hinweise richten

Diese Seite richtet sich an alle, die in der Schweiz Glücksspielangebote der Millionaria nutzen oder nutzen möchten, und ebenso an Angehörige, die sich über Schutzmechanismen informieren wollen; wer minderjährig ist, fällt ausdrücklich nicht in den Kreis der angesprochenen Personen.

Hier steht, wie sich Glücksspiel im Rahmen halten lässt.

Warnzeichen erkennen

Eine Spielgewohnheit kann sich allmählich verschieben, ohne dass es sofort auffällt. Wer mehrere der folgenden Muster bei sich oder bei einer nahestehenden Person beobachtet, sollte die Lage ernst nehmen:

  • Ärger nach einem Verlust mit dem Impuls, sofort weiterzuspielen
  • heimliches Spielen oder Verschweigen von Einsätzen
  • deutlich mehr Zeit auf Glücksspielseiten oder in Spielangeboten als vorgesehen
  • wiederholtes Überschreiten selbst gesetzter Limits
  • Belastung von Arbeit, Studium oder Familienleben
  • Geldleihe oder das Verschieben von Rechnungen wegen Spielausgaben

Wenn solche Muster wiederholt auftreten, kann eine Beratung oder eine Sperre der nächste sinnvolle Schritt sein. Je früher eine Auseinandersetzung mit dem eigenen Verhalten erfolgt, desto grösser der Handlungsspielraum.

Einfache Grundsätze für verantwortungsvolles Spielen

Glücksspiel lässt sich als Freizeitbeschäftigung gestalten, solange klare Grenzen gelten. Die folgenden Regeln bilden dafür ein tragfähiges Gerüst:

  • Setzen Sie nur Geld ein, das frei verfügbar ist und nicht für laufende Verpflichtungen benötigt wird.
  • Legen Sie vorab ein festes Budget fest und halten Sie sich daran.
  • Versuchen Sie nicht, verlorenes Geld sofort zurückzugewinnen; ein solcher Versuch führt meist zu weiteren Verlusten.
  • Machen Sie regelmässige Pausen und unterbrechen Sie das Spiel bewusst.
  • Bestimmen Sie eine klare Spieldauer und beenden Sie die Session, wenn diese abgelaufen ist.
  • Akzeptieren Sie Verluste als Teil des Spiels und nicht als Fehler, der korrigiert werden müsste.

Gewinne sind nie garantiert. Deshalb bleiben Zeit, Einsatz und Erwartungen nur dann realistisch, wenn sie von vornherein begrenzt sind.

Limits als Werkzeug verstehen

Einzahlungs-, Verlust- und Zeitlimits sind Hilfsmittel, die das Spielen im Rahmen halten sollen. Sie wirken nicht, indem sie das Spielen verbieten, sondern indem sie die Entscheidung über das Ende einer Session vorwegnehmen.

Ein Einzahlungslimit begrenzt, wie viel Geld in einem bestimmten Zeitraum auf das Spielkonto gelangen kann. Es schützt vor spontanen Nachschüben und zwingt dazu, die eigene finanzielle Obergrenze bereits im Voraus festzulegen. Ein Verlustlimit setzt die Grenze beim tatsächlichen Verlust an; ist diese erreicht, endet die Spielrunde unabhängig davon, wie verlockend eine weitere Runde erscheint. Ein Zeitlimit wiederum begrenzt die Dauer einer Session und wirkt damit gegen das Versinken in längere Spielphasen.

Solche Limits entfalten ihre Wirkung nur, wenn sie vor Beginn des Spiels gesetzt werden und nicht erst in dem Moment, in dem die Grenze erreicht ist. Wer sie regelmässig anpasst oder aufhebt, umgeht den Schutz, den sie bieten sollen. Es ist deshalb ratsam, Limits als verbindliche Abmachung mit sich selbst zu behandeln und sie nur mit zeitlichem Abstand zu überdenken.

Pausen und Sperren

Wer merkt, dass Grenzen schwer einzuhalten sind, kann auf zusätzliche Schutzmassnahmen zurückgreifen. Dazu gehören bewusste Spielpausen, Einzahlungs- oder Zeitlimits sowie formelle Sperren, wenn die Kontrolle nicht mehr zuverlässig gelingt.

Auch eine zeitweise Unterbrechung kann hilfreich sein, um Spielmuster mit mehr Abstand zu beurteilen. Eine Pause unterbricht den Automatismus des Weiterspielens und schafft Raum für eine nüchterne Einschätzung des eigenen Verhaltens. Eine formelle Sperre geht darüber hinaus und verhindert den Zugang zu Spielangeboten für eine bestimmte Dauer; sie ist das stärkste verfügbare Mittel, wenn die Selbstkontrolle nicht mehr ausreicht.

Eine Sperre ist kein Urteil über die eigene Person, sondern eine Schutzmassnahme. Sie kann jederzeit beantragt werden und lässt sich nicht durch eine kurzfristige Entscheidung aufheben. Diese Unumkehrbarkeit ist Teil ihres Schutzes.

Angehörige unterstützen

Wenn eine Person im eigenen Umfeld Schwierigkeiten mit dem Glücksspiel hat, ist die erste wertvolle Handlung ein offenes Gespräch ohne Vorwürfe. Der Ton macht dabei einen Unterschied: Anklage führt oft zu Rückzug, während eine sachliche Frage nach dem Befinden den Weg zu einer ehrlichen Antwort ebnen kann.

Konkret hilfreich ist es, gemeinsame Aktivitäten zu planen, die nichts mit Glücksspiel zu tun haben, und dabei auf Druck zu verzichten. Ebenso kann man die betroffene Person dabei unterstützen, Limits zu setzen oder eine Pause einzulegen, ohne die Verantwortung für deren Einhaltung zu übernehmen. Wer selbst mitbetroffen ist, sollte sich ebenfalls Unterstützung holen; der Umgang mit der Situation ist auch für Angehörige belastend.

Geld sollte man einer Person in einer solchen Lage nicht leihen, auch nicht mit der Absicht, sie aus einer schwierigen Situation zu holen. Damit verlängert man oft nur das Muster. Besser ist es, gemeinsam nach fachlichen Angeboten zu suchen und den ersten Kontakt zu begleiten, wenn das gewünscht ist.

Schutz für Minderjährige

Jugendschutz bedeutet auch, offen über Risiken zu sprechen. Minderjährige sollten weder direkten Zugang zu Spielkonten haben noch über Erwachsene an Glücksspielen teilnehmen können.

Im Haushalt heisst das: Konten, Karten und Geräte mit Spielzugang sind so aufzubewahren, dass sie für Kinder und Jugendliche nicht erreichbar sind. Das betrifft nicht nur das eigene Smartphone, sondern auch gemeinsam genutzte Computer und Tablets. Passwörter für Spielkonten gehören nicht in die Reichweite von Minderjährigen, und eine Sitzung sollte nie unbeaufsichtigt offen bleiben.

Ein offenes Gespräch über die Risiken des Glücksspiels ist ebenso wichtig wie die technischen Vorkehrungen. Kinder und Jugendliche, die verstehen, warum Glücksspiel für sie nicht zugänglich ist, halten sich eher an diese Grenze. Dabei hilft es, das Thema sachlich zu erklären, statt es zu dramatisieren.

Zeit und Geld im Blick behalten

Wer sein Spielverhalten ehrlich beurteilen will, braucht eine Grundlage dafür. Eine einfache Aufzeichnung der Spielzeit und der Einsätze über mehrere Wochen hinweg zeigt Muster, die im Alltag leicht übersehen werden.

Die Aufzeichnung muss nicht aufwendig sein; ein Notizbuch oder eine Liste auf dem Telefon genügt. Wichtig ist, die Einträge regelmässig zu machen und nicht erst dann, wenn eine Session unangenehm endet. Die regelmässige Durchsicht dieser Aufzeichnungen ist der eigentliche Nutzen: Sie zeigt, ob die gesetzten Limits eingehalten wurden, wie viel Zeit tatsächlich auf das Spiel entfällt und ob sich die Ausgaben im Rahmen des Budgets bewegen.

Diese Überprüfung ist keine einmalige Angelegenheit. Wer sie in festen Abständen wiederholt, erkennt Veränderungen früh und kann reagieren, bevor sich ein Muster verfestigt. Die ehrliche Antwort auf die Frage, ob das eigene Verhalten den selbst gesetzten Regeln entspricht, ist die wichtigste Grundlage für jede weitere Entscheidung.

Hilfe und Information in der Schweiz

ESBK: Sozialschutz erklärt Schutzmassnahmen im regulierten Schweizer Spielbereich.

SOS Spielsucht – Was tun bei Spielsucht? bietet Orientierung für Betroffene und ihr Umfeld.

ESBK: Spielsperre informiert über Sperren und deren Bedeutung im Schweizer System.

Bei akuten Schwierigkeiten kann es sinnvoll sein, zunächst eine Pause einzulegen und sich anschliessend an eine geeignete Fachstelle oder ein offizielles Informationsangebot in der Schweiz zu wenden. Diese Hinweise ersetzen keine persönliche Beratung, können aber den ersten Schritt erleichtern. In der Schweiz stehen fachliche und offizielle Stellen zur Verfügung, wenn Unterstützung oder weiterführende Informationen benötigt werden.